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Wilinaburgia Nr. 243

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

 

die bevorstehende Weihnachtszeit gilt ja auch als Zeit der Zeichen und Wunder. Lassen wir uns diesen Glauben nicht nehmen. Doch bereits im Frühsommer dieses Wundersommerjahres gab es ein Wunder zu verzeichnen. Gleich eine ganze Tutorengruppe trat, ganz wie die Mär es will, in den Verein ein. Frank Bröckl hat daran gewiss seinen Anteil, waren es doch seine Schülerinnen und Schüler, die diesen gerade einmal 12 € im Jahr kostenden Schritt wagten und so hoffentlich zu einem Vorbild für weitere Schülergenerationen geworden sind.

Kurz vor seinem hundertjährigen Jubiläum – es sind noch drei Jahre bis dahin – fände so das zweite Jahrhundert des Vereins ein solide Basis, von der aus die lange, erfolgreiche Arbeit der Wilinaburgia fortgesetzt werden könnte.

Der Vorstand hat mit den Planungen für 2021 bereits begonnen, wüsste aber nur zu gern, welche Vorstellungen und Ideen Sie dazu haben. Ein Festakt, ein Fest, eine Festschrift, eine starke Einbeziehung der Schule ... Was könnte es sein? Welchen Rahmen sollen die Veranstaltungen haben?

Fassen Sie sich ein Herz und teilen Sie dem Vorstand Ihre Überlegungen mit.

Und warum fassen Sie sich nicht ein Herz und bereichern das Mitteilungsblatt mit einem Beitrag? Zwar ist Schreiben nicht einfach, wie die Deutsche Welle feststellt. „Schreiben ist im Gegensatz zum Reden ein höchst komplexer, neuronaler Prozess, den man bei anspruchsvolleren Texten in nicht weniger als dreißig kognitive Einzelprozesse unterteilen kann, die parallel ablaufen.“ Und das führt zum Schreibstau, zur Angst vor dem weißen Blatt Papier, der leeren Seite, weil Schreiberin und Schreiber die eigenen Ansprüche fürchten. Aber muss das sein?

Themen finden sich gewiss genug. Es muss ja nicht, wie bei Walter Staaden, eine Reise nach Nepal sein, die überdies mit einem langjährigen, erfolgreichen Projekt verknüpft ist. Und nicht jeder mag sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Manfred Brodt, der Sohn des langjährigen Direktors, rückt jedenfalls etwas zurecht, was vor 50 Jahren zu heftigen Diskussionen führte. Und manchen, wie Peter Dierichs, lässt sie nicht los. An Heilig Abend 1944 entgingen er und seine Klassenkameraden auf dem Feldflugplatz Merzhausen knapp dem Tod. Der, der dieses Opfer von ihm und seinen Kameraden erwartete, soll als Führer und Oberbefehlshaber der Wehrmacht nur wenige Kilometer in Kransberg, Füherhauptquartier Adlerhorst, über den Angriff getobt haben. Ebenso wenig sind die Fußnoten der Geschichte etwas für jedermann. Ob „nassauern“ und die Herkunft des Begriffs die Menschheit weiterbringt, sei dahingestellt. Für die Regionalgeschichte mag das jedoch gelten.

Überwinden Sie also Ihre Scheu vor dem leeren Blatt und teilen Sie Ihre Erlebnisse, Ihre Erkenntnisse der Leserschaft mit. Neugierig ist sie immer und es wäre schade, sie enttäuschen zu müssen.

Einer, der diese kaum noch kennt, ist Frank Bröckl. Wie kein Zweiter berichtet er seit Jahren über das, was in und um das Philippinum geschieht. Damit führt er das fort, was vor langer Zeit zu den Aufgaben des Direktors gehörte. Sein pflichtschuldiger Bericht über die Ereignisse des Schuljahres gelangte nicht nur ins Schulamt, sondern auch in die Wilinaburgia. Sie hat, wie es die Satzung vorsieht, nun mit Frank Bröckl wieder einen weiteren Schriftleiter. Mehr noch. Mit Gerd Mathes und Peter Ludwig wählte die Hauptversammlung gleich zwei kompetente Menschen als stellvertretende Vorsitzende.

Gleichwohl sucht die Vereinsführung nach weiteren Mitgliederinnen und Mitgliedern, die den Vorstand komplettieren oder ihn als Beisitzer unterstützen möchten. Geben Sie sich, ähnlich wie bei möglichen Beiträgen für das Mitteilungsblatt, doch einfach einen Ruck.

Es ist gar nicht so schwer, wie Ihre Beiträge zur Briefmappe und die wieder zahlreichen Berichte über Ihre Klassentreffen belegen.

Bevor Sie sich aber aufraffen, nehmen Sie sich das neue Heft und lassen Sie bei seiner Lektüre das Jahr besinnlich ausklingen. Und wenn Sie sich für Regionalgeschichte interessieren, möchte ich Sie auf "Das alte Ahausen" von Dr. Horst Göpel und "Rückblende 1932 bis 2017" von Karl-Heinz Schröder, dem Entdecker der Kubacher Kristallhöhle, hinweisen.

Ich wünsche Ihnen eine frohe Weihnachtszeit und alles Gute für das neue Jahr.

 

Volker Schmidt



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